Fachbereiche / Kursdetails
Veranstaltungsnummer:
G00102002
Titel:
Immer fremder im eigenen Land?
Jüdisches Leben in Deutschland
Seit über 1500 Jahren leben Juden und Jüdinnen in Deutschland, lange bevor sich in den Gebieten deutscher Geschichte so etwas wie ein stattliches Gebilde entwickeln konnte. Ein wirklich nachbarschaftliches Verhältnis mit der christlichen Majorität blieb immer die Ausnahme. In der Regel waren sie immer die Fremden, misstrauisch observiert, abgesondert, zurückgesetzt, verfolgt, vertrieben, häufig genug erschlagen oder verbrannt bis hin zu dem in der Weltgeschichte furchtbarsten Völkermord im NS-Staat, dem über 6 Millionen Juden in Europa zum Opfer fielen.
Jahrhunderte lang bestimmten die unsinnigsten Vorurteile das Bild, dass sich rechtgläubige Europäer*innen von den unter ihnen lebenden Juden und Jüdinnen machten. Weder Aufklärung noch zunehmende Säkularisierung der Gesellschaft besiegten den Aberglaube. Erst in der Weimarer Republik erhielten die Juden und Jüdinnen in Deutschland ihre bürgerschaftliche Gleichberechtigung, die allerdingst von den Nationalsozialisten sofort wieder einkassiert wurde und zur "Endlösung" der Judenvernichtung führen sollte.
Nicht nur Berlin erlebte in den vergangenen Jahren eine wachsende Entwicklung des Antisemitismus. Es werden vermehrt jüdische Friedhöfe beschädigt oder auf Synagogen und jüdische Einrichtungen Anschläge verübt.
Wie leben Juden und Jüdinnen in Deutschland heute? Inwieweit sind sie in die deutsche Gesellschaft integriert und haben sie sich eine eigene Identität bewahrt?
Wie kann und soll die Erinnerung an den Holocaust bewahrt werden? Und wie können wir Deutschland gerade in Zeiten großer Migrationsbewegungen zu einem Land machen, das resistent gegen die religiös motivierte Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen ist und Heimat für Gläubige aller Religionen bietet?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines generationsübergreifenden Bildungsseminars mit Besuchen vor Ort und Zeitzeugengesprächen.

Zum Zwecke der Rechnungserstellung leiten wir Ihre Anmeldedaten an unseren Kooperationspartner die Europäische Akademie Berlin, Bismarckallee 46/48 in Berlin weiter.
Die Verpflegung wie im Programm vermerkt, Eintrittsgelder, die Transferkosten innerhalb des Programms in Berlin und eine umfangreiche Tagungsmappe sind im Teilnahmebeitrag enthalten. Die An- und Abreise nach bzw. von Berlin erfolgt auf eigene Kosten.
Veranstaltungsart:
Bildungsurlaub
Veranstaltungsort:
Berlin, Europäische Akademie, Bismarckallee 46 - 48 
Dozent/-in:
Heinrich Warneke
Datum:
Mo., 25.05.2020 - Fr., 29.05.2020
Uhrzeit (1. Tag):
14:00 Uhr
Anmeldung bitte bis:
27.03.2020
Unterrichtstage/-stunden:
5 Termine/38
Entgelt:
390,00 €
Keine Ermäßigung möglich.
inkl. Ü/Frühstück im DZ; Entgelt im Einzelzimmer 460,00 €. Seminar ohne Übernachtung und ohne Frühstück 230,00 €.

Soweit nichts anderes angegeben, Anmeldung bitte bis 10 Tage vor Beginn der Veranstaltung.