Veranstaltungsnummer:
J00102002
Titel:
Immer fremder im eigenen Land?
Jüdisches Leben in Deutschland
"Die Juden reden zu viel über den Holocaust". Einer Studie des Jüdischen Weltkongresses zufolge stimmen vier von zehn Deutschen dieser Aussage zu. Über 75 Jahre nach der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz stellt sich damit die beunruhigende Frage: War der Anschlag auf die Synagoge in Halle im Oktober 2019 vielleicht viel weniger eine Einzeltat als bisher gedacht? Sind die Deutschen vielleicht tatsächlich schon wieder anfällig für jenen Antisemitismus, der von den Nationalsozialisten zur verbrecherischen Staatsideologie erhoben wurde, dessen Wurzel aber viel weiter zurückreichen?

Seit über 1700 Jahren leben Juden auf dem heutigen deutschen Staatsgebiet. Ein wirklich nachbarschaftliches Verhältnis mit der christlichen Majorität blieb jedoch über Jahrhunderte die Ausnahme. Weder die Aufklärung noch die zunehmende Säkularisierung der Gesellschaft beseitigte die teils aberwitzigen Vorurteile und Stereotypen, die über "die Juden" grassierten. Und das die Weimarer Republik den jüdischen Bürger*innen schließlich endlich die volle rechtliche Gleichstellung gewährte, schützte sie nur wenig später nicht davor, vor den Augen der deutschen Öffentlichkeit systematisch deportierte, gefoltert und ermordet zu werden.

Wie leben Juden und Jüdinnen in Deutschland heute? Inwieweit sind sie in die deutsche Gesellschaft integriert und haben sie sich eine eigene Identität bewahrt?
Wie kann und soll die Erinnerung an den Holocaust bewahrt werden? Und wie können wir Deutschland gerade in Zeiten großer Migrationsbewegungen zu einem Land machen, das resistent gegen die religiös motivierte Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsgruppen ist und Heimat für Gläubige aller Religionen bietet?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines generationsübergreifenden Bildungsseminars mit Besuchen vor Ort und Zeitzeugengesprächen.

Zum Zwecke der Rechnungserstellung leiten wir Ihre Anmeldedaten an unseren Kooperationspartner die Europäische Akademie Berlin, Bismarckallee 46/48 in Berlin weiter.
Die Verpflegung wie im Programm vermerkt, Eintrittsgelder, die Transferkosten innerhalb des Programms in Berlin und eine umfangreiche Tagungsmappe sind im Teilnahmebeitrag enthalten. Die An- und Abreise nach bzw. von Berlin erfolgt auf eigene Kosten.
Veranstaltungsart:
Bildungsurlaub
Veranstaltungsort:
Berlin, Europäische Akademie, Bismarckallee 46 - 48 
Dozent/-in:
Heinrich Warneke
Datum:
Mo., 04.10.2021 - Fr., 08.10.2021
Uhrzeit (1. Tag):
14:00 Uhr
Anmeldung bitte bis:
06.08.2021
Unterrichtstage/-stunden:
5 Termine/38
Entgelt:
390,00 €
Keine Ermäßigung möglich.
inkl. Ü/Frühstück im DZ; Entgelt im Einzelzimmer 460,00 €. Seminar ohne Übernachtung und ohne Frühstück 230,00 €.

Soweit nichts anderes angegeben, Anmeldung bitte bis 10 Tage vor Beginn der Veranstaltung.