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Bildungsurlaub

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Seminar- und Tagungshaus
Die Freudenburg

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Grundbildungszentrum der VHS im Landkreis Diepholz

In Deutschland leben 7,5 Millionen funktionale Analphabetinnen und Analphabeten im erwerbsfähigen Alter. Die Zahlen der nationalen leo. – Level-One Studie wurden im Frühjahr 2011 veröffentlicht und haben ein breites Echo hervorgerufen.
Dass in einem Industrieland mit Schulpflicht ein Siebtel der erwerbsfähigen Bevölkerung nicht ausreichend lesen und schreiben kann, ist eine bestürzende Tatsache, der man entgegenwirken muss.
Daher wurde die VHS Diepholz im Frühjahr 2018 mit der Einrichtung eines Grundbildungszentrums beauftragt. Ziel dieses ist es, den mehr als 20.000 Betroffenen im Landkreis Diepholz im erwerbsfähigen Alter mit
•    aufsuchender (Bildungs-)Arbeit
•    zielgruppenspezifischen Maßnahmen
•    arbeitsplatzorientierten Lernangeboten
•    bedarfsgerechten Lösungsansätzen
eine selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Grundbildung – mehr als ABC und 1x1
In der »Vereinbarung für eine gemeinsame nationale Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener in Deutschland« wurde folgende Definition festgehalten: »Der Begriff Grundbildung bezeichnet hier Kompetenzen in den Grunddimensionen kultureller und gesellschaftlicher Teilhabe, wie:
•    Rechenfähigkeit (Numeracy)
•    Grundfähigkeiten im IT-Bereich (Computer Literacy)
•    Gesundheitsbildung (Health Literacy)
•    Finanzielle Grundbildung (Financial  Literacy)
•    Soziale Grundkompetenzen (Social Literacy)
Grundbildung orientiert sich somit an der Anwendungspraxis von Schriftsprachlichkeit im beruflichen und gesellschaftlichen Alltag.« (BMBF/KMK 2012, S.1).

Lebensbegleitendes Lernen
Neben dem klassischen Modell des Frontalunterrichts liegt der Fokus dabei auf familiengerechten, enthemmenden und alltagsnahen Angeboten für die Betroffenen, die in Kooperation mit etablierten Partnern wie den Sozialraumteams, Mehrgenartionenhäusern, Institutionen wie IGEL e.V., Einrichtungen der Erwachsenenbildung, dem Jobcenter, Gesundheitskassen, Verbraucherverbänden und Betrieben angeboten und umgesetzt werden sollen. Mit großem Erfolg konnten an regionalen Grundzentren, wie dem RGZ Oldenburg, bereits Strategien entwickelt und zum Teil bereits im Landkreis Diepholz umgesetzt werden, zum Beispiel Beschäftigte in öffentlichen Einrichtungen für Grundbildungsdefizite zu sensibilisieren und Möglichkeiten zur  entsprechenden Beratung zu schaffen. Diese Sensibilisierungsmaßnahmen werden von qualifizierten Fachkräften durchgeführt und Betrieben, Institutionen, Vereinen und anderen Interessierten angeboten. Gemeinsames Ziel ist es, den Betroffenen über den Kontakt zu vertrauten Kontaktpersonen sowie in gewohnten Settings den Zugang zu Lernangeboten zu erleichtern – und damit einer Stigmatisierung entgegenzuwirken und die Hemmschwelle eines „Outings“ zu senken.
Dazu werden vom Botschafter akquiriert und geschult, Lehrende und Fachkräfte qualifiziert sowie Materialien entwickelt und bereitgestellt.

Hilfe zur Selbsthilfe für ein positives Ich
„Erkläre mir, und ich vergesse.
Zeige mir, und ich erinnere.         
Lass es mich tun, und ich verstehe“  
(Konfuzius)

Eine weitere Säule des vielfältigen Angebots stellt die Förderung von vorhandenen und der Aufbau neuer Selbsthilfestrukturen dar.
Grundbildung holt die Betroffenen dort ab, wo sie stehen und verfolgt das Ziel, die individuellen Potenziale zu erkennen und die eigenen Ressourcen zu stärken. Im Rahmen der speziellen Umfeldsituationen von Selbsthilfeangeboten erfahren Betroffene die Möglichkeit, sich selbst zu stabilisieren, um eigenständig im individuellen Alltag zurechtzukommen und selbstständig zu leben.

Ihre Ansprechpartnerin:

Neele Waterstrat
Projektleitung
Tel. 04242 976-4010
neele.waterstrat@vhs-diepholz.de